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KITA-Initiative: Differenzierte Haltung

«Wieso in aller Welt bist du als EVP-Politiker gegen Kitas?!». Die­sen Vor­wurf musste ich mir in den ver­gan­ge­nen Wochen gefal­len las­sen. Aus­lö­ser war meine kri­ti­sche Stel­lung­nahme im Stadt­rat zur Kita-Initiative der SP, über wel­che die Nidauer Bevöl­ke­rung am 10. Februar 2019 in der Volks­ab­stim­mung ent­schei­den wird.

Wer damals gut zuge­hört hat und sich nicht bloss auf einen wenig glück­lich ver­fass­ten Arti­kel im SP-Parteiblatt abge­stützt hat, konnte fest­stel­len, dass ich mich kei­nes­wegs gegen Kitas und ihren sehr wert­vol­len Dienst geäus­sert habe. Mir ging es damals und heute aber darum, zur Finan­zie­rung der Kita-Plätze und zur Frage nach einem garan­tier­ten Kita-Platz eine dif­fe­ren­zierte Mei­nung zu haben.

Im Gegen­satz zu den Initi­an­tin­nen und Initi­an­ten bin ich der Auf­fas­sung, dass Kita-Plätze vor allem für Kin­der zur Ver­fü­gung ste­hen soll­ten, deren Eltern ent­we­der allein­er­zie­hend oder aus sozia­len und wirt­schaft­li­chen Grün­den dar­auf ange­wie­sen sind. Je nach Ein­kom­men erhal­ten diese Per­so­nen ab kom­men­dem Som­mer Betreu­ungs­gut­scheine, die ihnen damit ermög­li­chen, ihre Kin­der fami­li­en­er­gän­zend betreuen zu las­sen. Die­sen Grund­satz, den der  Gemein­de­rat  im Regle­ment als Gegen­vor­schlag zur Initia­tive  fest­legt, kann ich voll  unter­stüt­zen.

Was mich nun aber an der Initia­tive stört ist die For­de­rung, dass für alle, die dies wün­schen, ein Kita-Platz garan­tiert wer­den soll und unsere Gemeinde bei der Finan­zie­rung der Betreu­ungs­gut­scheine keine Mög­lich­keit mehr hätte, diese zu begren­zen. Die ganze The­ma­tik zeigt für mich ein­mal mehr auf, dass wir heute ver­mehrt auf Eigen­ver­ant­wor­tung statt auf einen maxi­ma­len Ser­vice public set­zen soll­ten.

Paul Blösch-Althaus, Stadt­rat